"Du Schwuchtel" ist tabu
"Schule ohne Rassismus" im Alltag

Sebastian Krumbiegel und die Schüler der Emanuel-Lasker-Oberschule.
  • Sebastian Krumbiegel und die Schüler der Emanuel-Lasker-Oberschule.
  • Foto: Gesicht zeigen
  • hochgeladen von Thomas Frey

Er habe bei diesem Auftritt viel gelernt, sagt Sebastian Krumbiegel. Der Sänger der Gruppe "Die Prinzen" hatte im September zwei Termine an Friedrichshainer Schulen.

Er war dort zu Gast als Botschafter der Initiative "Gesicht zeigen", die sich gegen rechte Gewalt und für Zivilcourage einsetzt. Die beiden Orte, die er bei seiner Tour ansteuerte, tragen beide das Label "Schule ohne Rassismus. Schule mit Courage". Zum einen das Heinrich-Hertz-Gymnasium an der Rigaer Straße. Außerdem die Emanuel-Lasker-Oberschule an der Modersohnstraße.

Bei letzterer war Sebastian Krumbiegel vor allem beeindruckt, wie entspannt anscheinend das Zusammenleben zwischen Schülern mit und ohne sogenanntem Migrationshintergrund funktioniert.

Die Hälfte der Klasse wäre nichtdeutscher Herkunft. Trotzdem scheinen dort Verwerfungen, wie in seiner sächsischen Heimat, fremd zu sein. Obwohl dort der Anteil der Zugewanderten im einstelligen Prozentbereich liege. Der Leipziger formulierte diese Einschätzung auch unter dem Eindruck der Ereignisse in Chemnitz.

Hat zu dieser "Entspanntheit" auch das Anti-Rassismus-Signet der Schule beigetragen? Es mache die Schüler zwar nicht automatisch zu besseren Menschen, rege sie aber zum Nachdenken, zum sich Beschäftigen mit dem Thema an, sagt die Lehrerin der Zehntklässler, die zwei Schulstunden mit Sebastian Krumbiegel verbrachten. Als der Titel vor den Sommerferien in diesem Jahr vergeben wurde, wären 155 von ihnen in der Aula anwesend gewesen. Gerade die hätten einen Eindruck bekommen, was das bedeute. Konkret habe das auch Auswirkungen im Unterricht. Allen sei klar, dass Ausdrücke wie "du Schwuchtel" ein absolutes NoGo bedeuten. "Respekt" oder "andere nicht beleidigen", fällt auch den Jugendlichen als erstes ein, wenn sie darauf angesprochen werden.

Knapp 20 Schulen in Friedrichshain-Kreuzberg tragen inzwischen den Titel "Schule ohne Rassismus. Schule mit Courage". Einige schon sehr lange, wie das Kreuzberger Hermann-Hesse-Gymnasium, das als erste bereits 2005 ausgezeichnet wurde . Pate ist dort der Schauspieler Benno Fürmann, einst selbst Absolvent der Schule. Auch andere Prominente fungieren als Schirmherren der Kampagne, ebenso wie zum Beispiel Fußball-Bundesligist Hertha BSC und die Eishockeycracks der Berliner Eisbären. Das gibt dem Anliegen ebenso Rückenwind, wie solche Besuche wie der von Sebastian Krumbiegel. Dass der Prinzen-Frontmann bei ihnen war, machte auch bei der Lasker-Klasse Eindruck. Und was er ihnen vermittelte, bleibt ihnen schon deshalb wahrscheinlich in Erinnerung.

Lesen Sie mehr zur diesem Thema auf unserer Berlin-engagiert-Seite.

Autor:

Thomas Frey aus Friedrichshain

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