Steine statt Argumente: Attacke auf Hotel

Spuren eines Anschlags. Gesprungene Fensterscheiben am Hotel Orania.
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  • Spuren eines Anschlags. Gesprungene Fensterscheiben am Hotel Orania.
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Kreuzberg. Das Hotel "Orania" am Oranienplatz ist in der Nacht zum 24. Oktober Ziel eines Anschlags geworden.

Unbekannte zerstörten dort mehrere Fensterscheiben. Ein Wachmann hörte gegen 3.20 Uhr ein lautes Geräusch. Als er nachschaute, sah er dunkel gekleidete Personen in Richtung Naunynstraße flüchten. Anschließend stellte er die beschädigten Scheiben fest und alarmierte die Polizei.

Vieles spricht dafür, dass die Attacke auf das Konto der linksextremistischen Szene geht. Und nicht nur den Militanten ist das erst im August eröffnete Hotel ein Dorn im Auge. Für die Gegner ist die Herberge ein weiterer Beweis einer zunehmenden Verdrängung im Quartier – auch wenn sie in eine lange mehr oder weniger leer stehende Immobilie eingezogen ist.

Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1913 und steht an der Nordostseite des Oranienplatzes. Im Laufe seiner Geschichte gab es dort so unterschiedliche Nutzer wie die AEG oder ein Cabaret-Café.

Auch ein Hotel war dort bereits in den 1920er Jahren und auch lange das "Kaufhaus Brenninkmeyer" (C&A). In der jüngeren Vergangenheit befanden sich Clubs und ein Discounter an diesem Standort. 2008 erwarb ein Münchener Anwalt das Objekt. Nach Zwischennutzungen, etwa für Kunstausstellungen, wurde es ab 2013 zum Orania umgebaut.

Ja, das Hotel mit Restaurant und Bar strahlt einen für diese Gegend eher ungewöhnlichen Chic aus, wozu bereits die markante Fassade beiträgt. Gleichzeitig betonten die Macher immer wieder, sie würden sich als Teil des Kiezes verstehen. Auch regelmäßige öffentliche Konzerte oder Lesungen sollen dazu beitragen. Was aber die Hardcore-Fraktion der Gegner anscheinend nicht milder stimmte.

Die demonstrierte zuletzt nicht nur hier ihren Unmut. Vor einigen Wochen wurden die Bundesdruckerei sowie ein Verlag an der Alten Jakobstraße Ziel von Übergriffen. Im Frühjahr traf es ein Lokal an der Reichenberger Straße.

Steine statt Argumente, damit wird das wirklich vorhandene Problem von massiven Mieterhöhungen oder verweigerter Vertragsverlängerung für viele Geschäfte konterkariert. tf

Autor:

Thomas Frey aus Friedrichshain

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