Neue Kita für den Harzer Kiez
Platz ist für 120 Kinder ab neun Wochen, aber noch werden Erzieher gesucht

Zur Eröffnungsfeier: Kubus-Geschäftsführer Siegfried Klaßen nimmt einen Geschenkkorb von Jugendstadtrat Falko Liecke entgegen.
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  • Zur Eröffnungsfeier: Kubus-Geschäftsführer Siegfried Klaßen nimmt einen Geschenkkorb von Jugendstadtrat Falko Liecke entgegen.
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Im ehemaligen Obdachlosenheim spielen jetzt Kinder: Am 5. Oktober eröffnete die gemeinnützige Gesellschaft "Kubus" eine Kita für 120 Mädchen und Jungen an der Teupitzer Straße 39. Voll belegt ist sie allerdings nicht – es fehlen noch Erzieher.

Zurzeit besuchen rund 60 Kinder die Einrichtung, die sich den Namen „Die Kubis“ gegeben hat. Aufgenommen werden schon Säuglinge ab neun Wochen. Kubus-Geschäftsführer Siegfried Klaßen hofft, dass er bis Jahresende genug Personal findet und das Haus dann ausgelastet ist. Der Bedarf ist groß: „Wir haben jetzt schon eine wahnsinnige Warteliste“, sagt er.

Das Erdgeschoss des vierstöckigen Gebäudes bietet mit 1000 Quadratmetern viel Platz für die Kleinen. Etliche Räume dienen bestimmten Zwecken: Es gibt jeweils eine Holz-, Musik-, Bau-, und Theaterwerkstatt, einen Medien-, Forscher- und einen Bewegungsraum sowie eine Bibliothek. Draußen darf auf einem großen Freigelände gespielt und getobt werden.

„Wir sind weltoffen und international aufgestellt, Hautfarbe, Religion, Alter – das ist uns alles egal. Unsere Kinder sind bunt gemixt und unser Erzieherteam auch“, so Klaßen. Besonderer Wert werde auf Sprachförderung, kreative und handwerkliche Fähigkeiten, Umwelt- und Gesundheitsbewusstsein gelegt.

Der Weg zur Kita sei nicht einfach gewesen. „Lächerliche sechs Jahre hat es von der Idee über Bauantrag und Genehmigung durch die Senatsverwaltung bis zur Verwirklichung gedauert“, sagt Klaßen. Auch der Umbau selbst gestaltete sich schwierig: „Mehrmals mussten wir das Brandschutzkonzept ändern und an neue Anforderungen anpassen. Ich habe mittlerweile viel Verständnis für den BER.“ Rund 1,9 Millionen Euro hat das Ganze gekostet, die Hälfte der Summe kam vom Land und dem Bund. Den Rest musste Kubus tragen – mithilfe von Krediten und Darlehen.

Die hohe Summe ist auch der Tatsache geschuldet, dass das Gebäude unter Denkmalschutz steht. Errichtet wurde es von Karl Bonatz im strengen Bauhaus-Stil. Es sollte damals als städtisches Obdachlosenasyl für rund 500 Männer dienen. Doch als es 1930 fertig war, bestand augenscheinlich kein Bedarf mehr, trotz Wirtschaftskrise und Massenarbeitslosigkeit. Wahrscheinlich ist das unter anderem den Mietzuschüssen zu verdanken, die Berlin inzwischen an Menschen zahlte, die von Zwangsräumung bedroht waren. Das Haus wurde zur Jugendherberge umgewidmet. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente es jedoch seinem ursprünglichen Zweck: Hier lebten Obdachlose, Kriegsflüchtlinge, Spätaussiedler und andere Bedürftige. Ab Mitte der 90er-Jahre jedoch stand das Gebäude leer und verfiel.

Heute sind auf dem riesigen „Teupe“-Areal viele soziale Einrichtungen untergebracht – zum Beispiel Werkstätten, Wohnheime für Frauen und Familien, ein Begegnungscafé, die Kubus-Kältehilfe und eine Papageienschutzstation.

Infos zur Kita unter Telefon 810 33 52 00 und post@kita-kubis-berlin.de.

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