Saving Soul Pfotensicherung Berlin
Ehrenamtliche helfen bei der Suche nach entlaufenen Vierbeinern

Anna Schnabel, hier mit ihren Hunden Bambi und Maya, ist Vorsitzende des Vereins „Saving Soul Pfotensicherung Berlin“. Die Ehrenamtlichen helfen weiter, wenn das Haustier Reißaus genommen hat.
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  • Anna Schnabel, hier mit ihren Hunden Bambi und Maya, ist Vorsitzende des Vereins „Saving Soul Pfotensicherung Berlin“. Die Ehrenamtlichen helfen weiter, wenn das Haustier Reißaus genommen hat.
  • Foto: Saving Soul
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Man sieht sie häufig an Straßenlaternen und Bäumen, an Zäunen und Häuserwänden – die Suchplakate mit Bildern entlaufener Hunde oder Katzen. Was zu tun ist, wenn der geliebte Vierbeiner verschwunden ist, das wissen die Mitglieder des Vereins „Saving Soul Pfotensicherung Berlin“.

„Irgendwann habe ich gemerkt, dass es da eine Lücke im System gibt“, sagt Vereinsmitgründerin und Vorsitzende Anna Schnabel. Vor zwei Jahren während ihrer Arbeit für einen Tierschutzverein hatte die 31-jährige Berlinerin die Erfahrung gemacht, dass zwar viele Organisationen Hunde und Katzen vermitteln oder in Obhut nehmen, aber beim Verschwinden der Tiere eigentlich in Berlin niemand so richtig zuständig ist. „Hundefänger und Sammelstellen helfen erst, wenn die Tiere schon eingefangen wurden“, sagt Anna Schnabel. Und so riefen sie und ihre Kollegin im Juni 2020 die „Saving Soul Pfotensicherung“ ins Leben – theoretisch zuständig für alles, was Pfoten hat, praktisch überwiegend für Hunde und zuweilen auch Katzen.

Immer in Bereitschaft: Vereinsmitglieder von Saving Soul Pfotensicherung bei der Sicherung von entlaufenen Hunden.
  • Immer in Bereitschaft: Vereinsmitglieder von Saving Soul Pfotensicherung bei der Sicherung von entlaufenen Hunden.
  • Foto: Saving Soul
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Der seit Anfang des Jahres offiziell eingetragene Verein besteht derzeit aus zwölf Mitgliedern, von denen im Notfall immer jemand rund um die Uhr erreichbar ist. Sie beraten, was zuerst zu tun ist, erstellen Suchanzeigen, richten Futterstellen mit Kameras ein, ziehen Duftspuren, fangen die Tiere mittels Fallen, lesen Chips von Fundtieren aus und kümmern sich auch um tot aufgefundene Tiere. Die Nachfrage sei unterschiedlich, so Anna Schnabel. Mal passiere lange nichts, dann wiederum stehe tagelang das Telefon nicht still. „Wir vermuten, dass dies mit Tiertransporten aus anderen Ländern zusammenhängt“, sagt Schnabel. „Hier entlaufene Tiere sind meist ehemalige Straßenhunde zum Beispiel aus Portugal, Spanien oder den Balkanländern, die durch schlechte Erfahrungen oft verschreckt und gestört sind. Da reicht dann ein Geruch, eine Bewegung oder ein Geräusch aus und sie reißen bei schlechter Sicherung ihren neuen Besitzern aus.“

Oft könne schon am Telefon mit guten Ratschlägen geholfen werden. Wenn die Tiere nicht gejagt oder aktiv gesucht werden, kommen sie oft von selbst zurück oder werden nach kurzer Zeit gefunden. Wenn nicht, bringen die Profis von „Saving Soul Pfotensicherung Berlin“ ihr Know-how zum Einsatz. Dazu gehört das Legen von Duftspuren zum Beispiel mit Pansen- oder Leberwurstwasser vom Ort des Verschwindens bis zum Zuhause. Sogar andere Spürhunde, sogenannte Pettrailer, werden manchmal eingesetzt, um die Fährte der entlaufenen Hunde aufzunehmen. Zuweilen helfen auch befreundete Hunde bei der Sicherung, da erfahrungsgemäß ehemalige Straßenhunde anderen Hunden oft mehr vertrauen als Menschen. Wenn alles nichts hilft, werden Lebendfallen mit Ködern und Kameras aufgestellt. Und falls nötig, wird ein Tierarzt hinzugezogen, der eine Narkose mit Gewehr oder Blasrohr durchführen kann. Immerhin konnten in der kurzen Zeit seit Vereinsgründung bereits 18 Hunde den Besitzern zurückgegeben werden.

Aktuell gesucht wird Hündin Emmy, entlaufen am 02.03.2020 in Französisch Buchholz.
  • Aktuell gesucht wird Hündin Emmy, entlaufen am 02.03.2020 in Französisch Buchholz.
  • Foto: Saving Soul
  • hochgeladen von Michael Vogt

Für den „Fahndungserfolg“ ist es wichtig, hartnäckig zu bleiben und jedem Hinweis nachzugehen. Anna Schnabel: „Unser langwierigster Fall war Mex, ein umtriebiger Schäferhundmischling, der in Köpenick ausgebüxt war.“ Die Pfotensicherer folgten seiner Spur ein Jahr lang quer durch Berlin nach Brandenburg. Es gab Sichtungen in Stolpe und Velten, schließlich konnte Mex in Tegel eingefangen werden.

Ruhe bewahren und abwarten

Bei Hunden sei deshalb in der ersten Zeit ein gutes Panikgeschirr mit Bauchgurt neben Halsband und Führerleine unabdingbar, so Anna Schnabel. Ihre Tipps für die Besitzer, falls der Hund trotzdem mal entwischt: „Nicht in Panik verfallen, nicht laut rufen, nicht hinterherrennen. Einen Hund im Fluchtmodus holt man nicht ein. Besser Ruhe bewahren und vor Ort abwarten. Und dann gibt es ja noch ‚Saving Soul Pfotensicherung Berlin‘.“ Übrigens: Die Unterstützung durch den Verein ist unentgeltlich und ehrenamtlich, somit sind Spenden und natürlich neue aktive Mitglieder immer willkommen.

Alle wichtigen Informationen sowie viele gute Tipps und Kontaktadressen gibt es im Internet unter www.savingsoul.de und unter Tel. 0179 472 02 24.

Autor:

Michael Vogt aus Prenzlauer Berg

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