Schloßpark-Theater mit Live-Übertragungen / Zimmertheater kann spielen, doch Zuschauer bleiben aus
Private Theaterbühnen in Steglitz müssen kämpfen

Zurzeit nur von außen zu betrachten: Das Schloßpark-Theater hat mindestens bis zum 19. April geschlossen.
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  • Foto: Lukas Rameil
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Corona- Unternehmens-Ticker

Das Coronavirus hat nicht nur das öffentliche Leben der Hauptstadt fest im Griff. Auch die Kultur steht unter dem Eindruck der Pandemie und ist weitgehend zurückgefahren. Zwei Theaterhäuser aus Steglitz kämpfen mit den Folgen – probieren sich in neuen Formaten und hoffen auf Verständnis für unvermeidbare Preiserhöhungen. 

Nachdem Kultursenator Klaus Lederer (Die Linke) die Schließung aller staatlichen Theater zunächst vom 13. März bis zum 19. April bekanntgab, brauchte es nicht lange, dass auch die privaten Häuser der Hauptstadt folgten. Kurze Zeit später blieb ihnen keine Wahl: Öffentliche und nichtöffentliche Veranstaltungen und Ansammlungen von mehr als 50 Teilnehmenden dürfen nun nicht mehr stattfinden. Die Messe war gelesen. Auch für zwei wichtige Steglitzer Bühnen.  

Dieter Hallervorden
wird Entscheidung abgenommen

Am Freitag hieß es noch aus dem Schloßpark-Theater, Intendant Dieter Hallervorden befinde sich in der Entscheidungsfindung. Einen Tag später folgte die Mitteilung auf der Webseite, dass alle Vorstellungen und Veranstaltungen bis zum 19. April abgesagt sind.

Allerdings hat sich das Haus etwas ausgedacht, um nicht ganz von der Bildfläche zu verschwinden. So wurden zunächst zwei Vorstellungen des komödiantischen Stücks „Schmetterlinge sind frei“ von Leonard Gershe ohne Publikum am 17. und 18. März per Livestream auf der Facebookseite „Schlosspark Theater Berlin“ gezeigt.

„Schmetterlinge sind frei“
ist ein Streaming-Erfolg

Die erste Vorstellung vor leerem Saal stieß auf „große, positive Resonanz“, wie das Haus bekanntgab. Nach eigenen Angaben lockte die Übertragung zeitweise mehr als 1200 Zuschauer aus aller Welt (Kanada, USA, Ungarn, Bulgarien sowie aus ganz Deutschland) vor die Bildschirme. 

Ob darüber hinaus weitere Vorstellungen für die Zuschauer so zugänglich sein werden, wird über die Social-Media-Kanäle und die Webseite des Theaters rechtzeitig mitgeteilt. Fraglich bleibt, wie das Schloßpark-Theater durch Facebook-Streaming Einnahmen generieren will.

"Wir könnten spielen,
es würde aber keiner kommen"

Beim Zimmertheater sieht die Lage etwas anders aus. Zwar ist das deutlich kleinere Haus (der Saal fasst 30 Zuschauer) nicht direkt von dem Beschluss des Senats betroffen, doch wenn Besucher wegbrechen, bringen auch laufende Veranstaltungen nichts. „Was sollen wir machen, wenn wir zwar kulturelle Veranstaltungen anbieten dürfen, die aber aus Angst nicht angenommen werden?“, fragt der künstlerische Leiter des Hauses, Günter Rüdiger, nicht ohne Verzweiflung.

Um die wegfallenden Einnahmen zu kompensieren muss Rüdiger auf Rücklagen und Spenden zurückgreifen, und ja, auch höhere Eintrittspreise können in Zukunft eine Rolle spielen. 

Proben im Schloßpark-Theater laufen weiter

In einer Videoansprache wendet sich Dieter Hallervorden nach der Schließung seines Hauses an die „Freunde des Schloßpark-Theaters“. Er versichert, die Proben für die Premiere des neuen Stücks „Zwei wie Bonnie und Clyde“ am 20. April liefen bereits auf Hochtouren, man hoffe auf ein baldiges Wiedersehen. Eine optimistische Prognose in Anbetracht der erst jüngst beschlossenen Maßnahmen. Doch vielleicht im Moment das einzige, was die Kultur aufzubieten hat.

Autor:

Lukas Rameil aus Alt-Treptow

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