Partytourismus unterbinden
Berge von Müll und zu laute Musik am Wochenende

Offiziell gebadet werden darf nur im Strandbad am Weißen See. Aber viele Parkbesucher gehen einfach vom Ufer ins Wasser.
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An sommerlichen Wochenenden herrscht am Weißen See und im Park gefährliches Chaos. Kaum jemand scheint sich hier an Regeln zu halten.

So fanden sich nach ersten Hochsommertagen Berge von Müll in der Grünanlage, obwohl Müllbehälter im Park vorhanden sind. Es wurden von den Weißenseer Parkfreunde jede Menge offene Grillfeuer gesichtet, die vor sich hin loderten. Glasscherben landeten im Wasser, sodass sich Badende daran verletzten. Es gab zahlreiche Notarzteinsätze. Und Dutzende Nachbarn riefen im Strandbad Weißensee an, beschwerten sich über den Lärm. Der kam aber gar nicht aus dem Strandbad, sondern von Gruppen und Personen, die sich außerhalb des Bades am Ufer des Sees amüsierten. Außerdem gab es Sachbeschädigungen am Bootsverleih und am Strandbad. Das ist nur ein Ausschnitt von dem, was sich an einem hochsommerlichen Wochenende im und um den Weißen See abspielte.

See gilt als Szenetipp

Um die Zustände an dem Gewässer machen sich nun zunehmend Anwohner und Politiker Sorgen. Das Weißenseer Abgeordnetenhausmitglied Dennis Buchner (SPD) sagt: „Die Probleme im Park am Weißen See haben sich in den Sommermonaten schon in den vergangenen Jahren kontinuierlich verschärft. Der Park müsste und sollte Erholungsgebiet für die Nachbarschaft sein. Tatsächlich ist er aber in der ganzen Stadt inzwischen ein Szenetipp. Kein Wunder, gilt er doch als einziger See in unmittelbarer Nähe der Innenstadt, in dem man vermeintlich Baden darf.“

Badeverbot außerhalb des Strandbades

Das sei ein Irrtum, stellt Buchner klar, denn außerhalb des Strandbades gilt ein Badeverbot, das bisher allerdings nie durchgesetzt wurde. „Das gilt leider auch für das Grillverbot, und auch das Recht der Anlieger auf ihre Nachtruhe wird nicht durchgesetzt.“ Dennis Buchner hat deshalb inzwischen den Innensenator und die Mitglieder des Bezirksamtes aufgefordert, einen Runden Tisch aus Bezirkspolitik, Polizei und Ordnungsämtern einzuberufen. „Es braucht eine ständige Bestreifung durch das Ordnungsamt und Parkwächter, ähnlich wie im Mauerpark“, sagt er. „Vor allem braucht es eine Durchsetzung von Badeverbot und Grillverbot, ergänzt um ein nächtliches Verbot von Alkoholkonsum und Betretungsverbote für die sensiblen Uferzonen.“

Wie Bürgermeister Sören Benn (Die Linke) inzwischen erklärt, will das Bezirksamt zeitweise Absperrzäune errichten lassen, aber nur an besonders sensiblen Bereichen am Ufer des Sees, damit diese nicht noch weiter geschädigt werden. Noch ist allerdings unklar, wann das geschehen wird.

Dennis Buchner mahnt: „Wer verbietet, muss das auch durchsetzen: mit den Mitteln des Rechtstaates, klaren Hinweisen, aber notfalls auch mit Platzverweisen und Strafanzeigen. Der Park am Weißen See soll zur Erholung für Kinder und Familien dienen. Wir müssen stoppen, dass er weiter zum Anziehungspunkt für Leute wird, die hier ohne Rücksicht auf Natur und Nachbarschaft Party machen wollen.“

Autor:

Bernd Wähner aus Pankow

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