In den Supermärkten sind viele Regale leer
Überflüssiges Hamstern wegen Covid-19

Das Coronavirus hat große Auswirkungen auf Berlin, die weit über die Krankheits- oder Verdachtsfälle hinausgehen.

Großveranstaltungen wie ITB und Berlin Travel Festival wurden abgesagt, Schulen geschlossen. Verdächtig hustende Mitarbeiter werden ins Home-Office verbannt, Reisen storniert. Das alles könnte noch als Gefahrenabwehr gewertet werden. Eine Begleiterscheinung regt mich allerdings auf: die Hamsterkäufe.

Manche mögen sich großartig vorkommen, wenn sie palettenweise Konserven oder Toilettenpapier zu Hause gestapelt haben. Gepostete Bilder von leeren oder halbleeren Supermarktregalen stimulieren die Sensationslust. Für sozialen Umgang steht dieses Horten nach meiner Meinung aber nicht, eher für Hysterie. Natürlich bedeutet es keinen Weltuntergang, wenn Nudeln oder Mehl einmal nicht zu bekommen sind, zumal die Handelsketten herausstreichen, dass es bisher meist gelang, die Lücken schnell zu füllen. Es ist aber ärgerlich, weil unnötig. Und richtig kritisch wird es, wenn Waren gehortet werden, auf die manche Menschen dringend angewiesen sind, etwa Desinfektionsmittel oder Medikamente. Denn abseits von Corona gibt es noch ein paar andere Kranke – vom Diabetiker über jemanden mit schwerer Grippe bis zum Krebspatienten. Auch der Mundschutz ist zunächst für Ärzte und Pflegepersonal gedacht, nicht für Hypochonder.

Hamsterer könnten einwenden, sie halten sich nur an Empfehlungen des Bundesamts für Katastrophenschutz. Das rät dazu, einen Vorrat – nicht nur an Lebensmitteln – für zehn Tage anzulegen. Wer sich bisher einigermaßen daran gehalten hat, muss aber jetzt nicht horten. 

Halten Sie die Hamsterkäufe für gerechtfertigt?
Autor:

Thomas Frey aus Friedrichshain

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