Spatz hat in Berlin den Schnabel vorn
Auswertung der NABU-Zähl-Aktion „Stunde der Wintervögel“ offenbart mehr Zähler, aber weniger Vögel

Auch Amseln kamen den fleißigen Vogelzählern vor die Linse.
  • Auch Amseln kamen den fleißigen Vogelzählern vor die Linse.
  • Foto: Mike Lane/fotolia
  • hochgeladen von Manuela Frey

Mehr Berliner als je zuvor haben dieses Jahr beim großen Wintervogel-Zählen des NABU mitgemacht. 3.871 Vogelfreunde reichten ihre Beobachtungen ein. 88.962 Vögel wurden in der Hauptstadt gezählt. Der Haussperling konnte auch dieses Jahr seine Spitzenposition verteidigen.

Bundesweit wurden durchschnittlich 37,1 Vögel pro Garten gezählt. Das sind zwar fast 9 weniger als 2011, aber etwas mehr als im Vorjahr. Rekordzahlen konnten bei den Teilnehmern erreicht werden. Fast 138.000 Personen haben dem NABU und seinem bayerischen Partner LBV ihre Zählungen gemeldet. Auch die Berliner waren noch zählfreudiger als im Vorjahr.

Ruf als „Hauptstadt der Spatzen“ verteidigt

„Wie auch im letzten Jahr konnte die Spreemetropole wieder ihren Ruf als „Hauptstadt der Spatzen“ verteidigen“, berichtet Jutta Sandkühler, Geschäftsführerin des NABU Berlin. Der Haussperling ist mit 22.439 Individuen mit Abstand der meist gezählte Vogel, Platz zwei belegt die Kohlmeise, gefolgt von Blaumeise und Amsel. Während die zwei Listenanführer sogar im Vergleich zum Vorjahr häufiger gesichtet wurden, wird bei der Blaumeise ein Rückgang von 13, bei der Amsel von 11 Prozent sichtbar. „Die deutschlandweite Ausbreitung des Usutu-Erregers könnte für die geringeren Nachweise der Amsel eine Rolle spielen. Mit Gewissheit können wir das aber nicht sagen. Der Amsel-Bestand ist in Berlin derzeit nicht in Gefahr“, beruhigt die Biologin.

Interessant: 16 Mönchsgrasmücken gesichtet

Interessant war die Sichtung von 16 Mönchsgrasmücken. Einige dieser Zugvögel unterlassen den Wegzug und verbleiben – offensichtlich aufgrund des milden Klimas – in Berlin. Kurzstreckenzieher wie die Wacholderdrossel, Saatkrähen und Birkenzeisige aus Ost- und Nordeuropa überwintern ebenfalls hier und konnten bei der Vogelzählung beobachtet werden.

Auf eisfreien Gewässern wurden überwiegend Stockenten gezählt (1013), gefolgt von Lachmöwen (804), Graugänsen (664) und Blesshühnern (360).

Nicht nur in Berlin, sondern bundesweit hat ebenfalls der beliebte Spatz den Schnabel vorn und ist mit im Schnitt 6 Exemplaren pro Garten wieder der am häufigsten gemeldete Vogel, gefolgt von Kohlmeise und Feldsperling (in Berlin auf Platz 7).

Nächste Zählaktion vom 10. bis 12. Mai

Die nächste Zählaktion findet vom 10. bis 12. Mai statt. Dann wird bei der „Stunde der Gartenvögel“ wieder deutschlandweit in Gärten, Parks und auf Balkons alles gezählt, was da piept, pickt und flattert.

Infos zur Aktion unter www.stundederwintervoegel.de.

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