Schluss mit Dauercampen: Politiker wollen Obdachlose aus Grünanlagen verbannen

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Berlin. Die Zahl der Obdachlosen in Berlin ist stark gestiegen. Immer mehr nutzen Parks, um dort zu übernachten und dauerhaft zu campen. Jetzt will die Politik dagegen vorgehen.


Anstoß der Debatte gab die aktuelle Situation im Tiergarten. Der Bürgermeister von Mitte, Stephan von Dassel, hat beklagt, dass der Tiergarten mehr und mehr zum rechtsfreien Raum werde. „Wir stellen eine stete Verschlechterung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung fest, weil immer mehr Menschen in den Grünanlagen nicht nur schlafen, sondern wohnen“, sagte er in der Bezirksverordnetenversammlung Mitte Oktober.

Die Obdachlosen kämen zu einem Großteil aus Osteuropa. Einher mit dieser Entwicklung geht eine Zunahme der Prostitution und des Drogenhandels. Die Lage hat sich derart zugespitzt, dass Bezirk und Senat eine Taskforce gebildet haben, um die Lage wieder in den Griff zu bekommen.

„Die Menschen einfach aus dem Tiergarten und auch aus anderen Parks zu vertreiben, löst keine Probleme“, sagt dazu Regina Kneiding von der Senatsverwaltung für Soziales. Die Plätze in den Unterkünften der Kältehilfe sind jedoch sehr knapp und sie haben nicht ganzjährig geöffnet. „Wir müssen die Anzahl der Plätze erhöhen, aber wir brauchen auch mehr Sozialarbeiter, die sich um diese EU-Bürger kümmern, mehr Beratungsangebote und auch endlich eine richtige Obdachlosenstatistik“, sagt die Sprecherin.

Denn das Land Berlin verfügt – anders als andere Bundesländer – über keine gesicherten Angaben, wer die Menschen sind, die hier auf der Straße leben. „Viele werden von der guten Jobsituation angezogen. Aber wenn sie hier scheitern, haben sie keinen Anspruch auf Sozialleistungen und sitzen auf der Straße", erklärt Regina Kneiding. In der Pflicht, eine Lösung zu finden, seien auch Bund und EU. jtw

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Autor:

Jana Tashina Wörrle aus Charlottenburg

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