Radeln auf dem Gehweg
Ärger auf der Oberbaumbrücke

Erfolgreiche Blockade. Radler müssen auf der Oberbaumbrücke jetzt nicht mehr absteigen.
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Am 27. Mai haben die Bauarbeiten auf der Oberbaumbrücke begonnen. Sie haben sofort für eine Menge Stress gesorgt.

Vor allem die Radfahrer waren auf den Barrikaden beziehungsweise auf dem Boden. Sie riefen für 28. Mai zu einer Sitzblockade auf der Brücke auf. Grund war die ursprüngliche Anordnung, nach der Zweiradpiloten, die das Bauwerk in Richtung Kreuzberg passieren, den Gehweg auf der Westseite benutzen und in diesem Abschnitt ihr Fahrrad schieben müssen.

Eine unsinnige Schikane, an die sich ohnehin kaum jemand halte, schimpften die Radfreunde bei der Blockadedemo. Und, auch wieder typisch, die Einschränkungen gingen zu ihren Lasten, anstatt die Autos an die kurze Leine zu nehmen. "Die könnten ja auch schieben", kam als Gegenvorschlag.

Das wird natürlich nicht passieren. Aber die ebenfalls vor Ort anwesende Umwelt- und Verkehrssenatorin Regine Günther (für Bündnis90/Grüne) kündigte eine schnelle Veränderung an. Die sieht jetzt so aus, dass auf dem Gehweg eine Radfahrspur eingerichtet wird. Damit muss niemand mehr vom Sattel.

Fußgänger überqueren die Oberbaubrücke in beiden Richtungen unter den Arkaden auf der Ostseite. Ebenso wie die Radfahrer auf dem Weg nach Friedrichshain. Um beide Verkehrsteilnehmer voneinander abzugrenzen, sollen in diesem Abschnitt Leitboys installiert werden. Ebenso ist das Einrichten einer temporären Baustellenampel in Höhe der Kreuzung Falckensteinstraße und May-Ayim-Ufer vorgesehen. Das alles entlastet zwar die Radfahrer etwas, übrig bleibt trotzdem noch genügend Verkehrschaos.

Wie berichtet, finden bis Anfang November Fahrbahnarbeiten auf der Oberbaumbrücke statt. Autos können pro Richtung nur eine Fahrspur nutzen. Schon das sorgt für Blechlawinen und Rückstau. Alternativen sind nur eingeschränkt vorhanden. Denn die Elsenbrücke ist wegen Bauschäden ebenfalls bereits halbseitig unpassierbar. Deshalb wäre eine Totalsperre der Oberbaumbrücke für motorisierte Fahrzeuge unter diesen Umständen keine Option, erklärte die Senatsverwaltung für Umwelt und Verkehr.

Für die Radfahrer bleibt die Situation trotz Gehwegspur einigermaßen angespannt. Das liegt schon an ihrer Masse. Nach Polizeiangaben passieren pro Jahr rund eine Millionen Pedaltreter die Oberbaumbrücke. So viele wie nirgendwo sonst in der näheren und auch weiteren Umgebung.

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