Eröffnung erst in sieben Jahren
Studie für Rixdorfer Zentrum vorgestellt

Haben sich Gedanken gemacht: Sofia Rosso, Wienke Clausen, Rolf Hoppe und Florian Tienes vom Büro "ag urban".
  • Haben sich Gedanken gemacht: Sofia Rosso, Wienke Clausen, Rolf Hoppe und Florian Tienes vom Büro "ag urban".
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  • hochgeladen von Susanne Schilp

Der Richardkiez soll ein Stadtteilzentrum bekommen. Mit einer Machbarkeitsstudie hat das Bezirksamt das Planungsbüro „ag urban“ beauftragt. Die Mitarbeiter stellten am 7. November erste Arbeitsergebnisse öffentlich vor. Für Diskussion sorgte die Frage: Soll das neue Haus am Richardplatz oder am Wörnitzweg gebaut werden?

Ursprünglich hatte die Senatsverwaltung die Absicht, das Quartiersmanagement (QM) Richardplatz-Süd im Jahr 2021 auslaufen zu lassen. Das Bezirksamt war jedoch der Meinung, hier sei weiterhin Unterstützung nötig. So wurde verabredet, die beiden QM-Gebiete Richardplatz-Süd und Ganghoferstraße zu einem einzigen namens „Rixdorf“ zusammenzulegen – erst einmal nur für fünf Jahre.

„Im Gegenzug haben wir versichert, ein Stadtteilzentrum zu schaffen“, so Stadtentwicklungsstadtrat Jochen Biedermann (Grüne). Ein solcher zentraler Anlauf- und Treffpunkt gilt als wichtig, damit Nachbarschaftsarbeit in einem Kiez auch nach der QM-Zeit weiter gut funktionieren kann. Bis das neue Haus fertig ist, wird aber noch einige Zeit ins Land gehen: Gerechnet wird mit rund sechs bis sieben Jahren, bis Projektierung, Finanzierung und Bau unter Dach und Fach sind.

Beratung, Café, Werkstätten

Die Stadtplaner von „ag urban“ haben aber bereits die Menschen im Kiez befragt, was sie sich wünschen, danach gab es einen Workshop mit Bezirksamtsmitarbeitern. Die Vorstellungen unterschieden sich wenig: ein Saal für Kulturveranstaltungen, Räume für Beratungen, Seminare, Gruppentreffen, Angebote der Volkshochschule, Werkstätten, Gemeinschaftsküche, Café, Bibliothek, Arztpraxis. Klar ist, dass einige Flächen exklusiv, also von nur einem Nutzer in Beschlag genommen werden, die meisten jedoch sind multifunktional angelegt.

Zwei Grundstücke wurden für das Vorhaben geprüft: Auf dem Gelände der Richardschule, Richardplatz 14, könnte eine Baulücke geschlossen werden – hier stand einmal ein Mädchen-Lyzeum – und am Wörnitzweg gibt es Platz neben dem Übungsgelände der Jugendverkehrsschule. Beide Areale sind im Eigentum des Bezirks, auf beiden könnte viergeschossig gebaut werden.

Rolf Hoppe von „ag urban“ begründete, warum sein Team eher gegen den Richardplatz ist: „Falls der Bezirk in der Zukunft mehr Platz für Schüler braucht, könnte er gezwungen sein, auf diesen Standort zuzugreifen. Hier hat immer das Schulamt den Finger drauf.“

Verkehrsschule in Gefahr?

Doch auch ein Bauvorhaben am Wörnitzweg traf auf Kritik. „Kinder brauchen undbedingt einen sicheren Raum, wo sie das Verhalten im Straßenverkehr trainieren können. Wo sollen sie denn hin?“, fragte Siegfried Müller, langjähriger und reaktivierter Leiter der Jugendverkehrsschule.

Die Planer versicherten, dass die Verkehrsschule nicht gefährdet sei, nur während der Bauphase müssten Ausweichflächen gefunden werden. Später wurden dann im Erdgeschoss des Stadtteilzentrums die nötigen Räume für die Schule reserviert. Das vermochte Müller nicht zu beschwichtigen: „Der Betrieb darf auf keinen Fall unterbrochen werden, nicht einmal für wenige Monate.“
Noch sind die Würfel längst nicht gefallen. Die Bezirksverordneten werden sich mit der Materie auseinandersetzen.

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