"Wir wollen noch schlagkräftiger werden"
Stadtrat Jochen Biedermann über Milieuschutz, Quartiersmanagement und Seniorenarbeit

Jochen Biedermann ist 39 Jahre alt, studierter Politologe und seit 2016 Stadtrat in Neukölln.
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Jochen Biedermann (Grüne) ist als Stadtrat für die Ressorts Stadtentwicklung, Soziales und Bürgerdienste verantwortlich. Kürzlich sprach er darüber, was er in diesen Bereichen 2019 vorhat.

„Kaum etwas beeinflusst die Menschen so sehr wie die Angst um die eigene Wohnung“, sagt Biedermann. Der Bezirk habe zwar nur begrenzte Möglichkeiten zu helfen, aber die wolle er nutzen. Ganz wichtig sei es, dass sich Neuköllner mit Mietschulden schnell meldeten, um Zwangsräumungen zu vermeiden.

Inzwischen sind fünf Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter im Einsatz, die Betroffene zu Hause besuchen. Mit Erfolg: Knapp 39 Wohnungen konnten in den vergangenen Monaten erhalten und noch einmal so viele Menschen an andere Hilfsstellen vermittelt werden.

Weil steigende Mieten nicht am S-Bahn-Ring Halt machen, prüft das Bezirksamt außerdem die Einrichtung von neuen Milieuschutzgebieten – und zwar rund um die Germaniapromenade sowie in Britz-Nord und Britz-Süd. Auch in der Gropiusstadt will man die Vermieter bewegen, soziale Belange der Bewohnerschaft stärker zu berücksichtigen; deshalb hat der Bezirk eine Umstrukturierungsverordnung auf den Weg gebracht.

Kontrolle in Milieuschutzgebieten

Es gibt Eigentümer, die die Auflagen des Milieuschutzes missachten und beispielsweise ohne Genehmigung modernisieren. „Wir werden in diesem Jahr zwei Stellen schaffen, die gezielt gegen diese Verstöße vorgehen, wir wollen schlagkräftiger werden“, so der Stadtrat.

Zudem werde demnächst ein Mitarbeiter eingestellt, der sich ausschließlich um das bezirkliche Vorkaufsrecht kümmert. Ziel sei es, sich jeden einzelnen Kaufvertrag genau anzusehen und zu prüfen, ob das Haus in die öffentliche Hand übernommen werden kann.

Schließlich möchte das Bezirksamt zum Jahr 2021 neue Quartiersmanagement-Gebiete schaffen, in die verstärkt Fördermittel aus dem Programm „Soziale Stadt“ fließen können. Bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung angemeldet sind die Quartiere Harzer Straße, Silbersteinstraße/Glasower Straße, Buschkrugallee-Nord und Gropiusstadt-Nord. „Mitte des Jahres soll eine Entscheidung fallen“, kündigt Biedermann an.

Nachbarschaften stärken

Auf der anderen Seite enden Ende 2020 die Quartiersmanagements Schillerpromenade, Körnerpark und Gropiusstadt. „Dort geht es jetzt darum, die geschaffenen Strukturen und aufgebauten Netzwerke zu festigen und zukünftig auch ohne Fördermittel zu organisieren“, so der Stadtrat.

Mit Geld aus dem Topf „Soziale Stadt“ können 2019 etliche Projekte fertiggestellt werden, zum Beispiel die Pausenhöfe der Kepler- und der Eduard-Mörike-Schule im Norden des Bezirks sowie die Außenanlagen der evangelischen Kita Dreieinigkeit in der Gropiusstadt. In diesem Tagen steht zudem die Eröffnung eines Gemeinschafthauses auf dem Droryplatz an. Hier werden Veranstaltungen für die Nachbarschaft und Beratungen stattfinden. Ein neuer Anlaufpunkt soll auch für Anwohner rund um den Hermannplatz entstehen, und zwar in der Kapelle auf dem Jacobi-Friedhof an der Karl-Marx-Straße.

Nicht zuletzt will Jochen Biedermann die Seniorenarbeit neu aufstellen. Es geht darum, zusätzliche Angebote zu schaffen und weitere Zielgruppen anzusprechen. Gespräche mit Schulen und Kitas liefen bereits, eine Sozialarbeiterin sei in den Freizeitstätten unterwegs. „Warum zum Beispiel nicht über Hausaufgabenhilfe durch Neuköllner Seniorinnen und Senioren nachdenken? Hier schlummern Möglichkeiten, die wir nutzen wollen.“

Autor:

Susanne Schilp aus Neukölln

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