Paracelsus-Bad öffnet frühestens 2023
Ein besonders schwerer Sanierungsfall

Baustelle und das noch lange. Das Paracelsus-Bad.
  • Baustelle und das noch lange. Das Paracelsus-Bad.
  • Foto: SPD Reinickendorf
  • hochgeladen von Thomas Frey

Seit gut einem Jahr ist das Paracelsus-Bad an der Roedernallee eine Baustelle. Sie sollte eigentlich im Herbst 2021 beendet sein. Jetzt gaben die Berliner Bäder-Betriebe (BBB) bekannt: Es dauert weitaus länger.

Eine Wiedereröffnung sei jetzt fürs Frühjahr 2023 geplant, heißt es in der Mitteilung von BBB-Sprecher Matthias Oloew. Gleichzeitig werden sich die Baukosten von ursprünglich sieben auf rund 17 Millionen Euro mehr als verdoppeln.

Der Grund: Beim Paracelsus-Bad handelt es sich um einen besonders schweren Sanierungsfall. Und wie so oft wurde auch hier das Ausmaß der Schäden erst während der Bauarbeiten entdeckt. Die Anlagen für Trink- und Abwasser sowie Heizung seien maroder als erwartet. Sie müssten deshalb komplett ausgetauscht werden. Gleiches gelte für die Lüftungsanlage. Was einen „wesentlich umfassenderen Eingriff in die Bausubstanz“ bedeute. Am Dach über der Schwimmhalle wäre eine Betonsanierung der Konstruktion nötig geworden. Die Konsequenz auch hier: Erneuern und teilweise austauschen. Und als weitere zuvor nicht vorgesehene Baumaßnahme sei der Neubau eines weiteren Fluchttreppenhauses im ehemaligen Wasserturm erforderlich geworden. Außerdem gibt es weitaus mehr Schadstoffe in dem Gebäude, als anscheinend im Vorfeld angenommen. Auch die müssten jetzt durch massive Eingriffe in die Bausubstanz beseitigt und entsorgt werden.

Das alles führe zu einem „umfangreichen Rückbau im Innern“, in dessen Folge dann weitere, in diesem Ausmaß zuvor ebenfalls nicht geplante Arbeiten anfielen. Etwa ein weitgehendes Erneuern der Fliesen.

Denkmalschutz erschwert die Sanierung

Das zwischen 1957 und 1960 errichtete Paracelsus-Bad war der erste Hallenbad-Neubau in Berlin nach dem zweiten Weltkrieg. Es steht komplett unter Denkmalschutz. Die Sanierung muss deshalb denkmalgerecht sein. Auch das macht die Arbeiten auf der Problembaustelle nicht einfacher.

Der Bezirk und seine Bewohner sitzen hier im besten Fall noch knapp drei Jahre auf dem Trockenen. Vor allem für das Schulschwimmen dürften daraus keine weiteren Nachteile entstehen, fordert die SPD-Fraktion in der BVV. Schul- und Sportstadtrat Tobias Dollase (parteilos, für CDU) müsse sich um adäquate Ausweichorte kümmern, erklärte der Vorsitzende Marco Käber.

Autor:

Thomas Frey aus Friedrichshain

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