Michael Krebs ist Parkmanager vom Tempelhofer Feld

60.000 Besucher nutzen das Tempelhofer Feld an manchen Frühlingstagen. Parkmanager Michael Krebs sorgt für einen angenehmen Aufenthalt.
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Zur Verabredung kommt Michael Krebs mit seinem silberfarbenen Dienstwagen zum Haupteingang am Tempelhofer Damm. Von dort aus starten wir eine kleine Rundfahrt über das Tempelhofer Feld, seit acht Jahren Arbeitsplatz des Parkmanagers. Auf der gut 300 Hektar großen Fläche kennt sich der 56-Jährige aus wie kaum jemand sonst.

Während eine Gruppe Mädchen Fangen spielt, ein Mann mit freiem Oberkörper Bälle jongliert und sich die ersten Biergartenbesucher im Schatten ausruhen, berichtet Krebs von den Aufgaben, die sein Beruf als Parkmanager mit sich bringt. Dabei verwaltet er ein jährliches Budget von fast drei Millionen Euro. Als Angestellter von Grün Berlin erstellt Krebs die Haushaltsplanung, sucht mit öffentlichen Ausschreibungen Servicepartner für die Pflege und Instandhaltung des Areals und vieles mehr.

„Den typischen Arbeitstag gibt es nicht“

„Den typischen Arbeitstag gibt es nicht. Es passiert sehr viel spontan. In der Regel komme ich aber um 8 Uhr erst einmal ins Büro und lese mir den Bericht der Parkaufsicht vom Vortag durch“, sagt Michael Krebs. Darin werden unter anderem Sportunfälle aufgeführt und Personen vermerkt, die unerlaubterweise durch abgesperrte Bereiche gelaufen sind. Wenn sich bestimmte Fälle häufen, muss nachgesteuert werden. Die Verantwortung für ein Areal in der Größe des New Yorker Central Parks mit jährlich mehr als zwei Millionen Besuchern ist groß. Krebs, der zuvor fünfeinhalb Jahre als technischer Leiter im Botanischen Garten gearbeitet hat, verfügt jedoch über viel Erfahrung.

Die Herausforderungen auf dem Tempelhofer Feld haben sich im Laufe der Jahre verändert. Für die Öffnung im Mai 2010 musste zunächst einmal die entsprechende Infrastruktur geschaffen werden. Drei Haupt- und sieben Nebeneingänge wurden eingerichtet, Toilettenhäuschen aufgestellt und das Gelände sicher gemacht. „Die Lampen auf der Landebahn standen unter Strom und waren scharfkantig. Außerdem hätten Radfahrer in den Entwässerungsrinnen absacken können. Das waren alles potenzielle Verletzungsgefahren, die wir beseitigen mussten“, erinnert sich Krebs. Um illegale Nutzungen und Chaos zu vermeiden, wurden frühzeitig drei Grillplätze sowie drei Hundeauslaufgebiete ausgewiesen.

Alle zwei Jahre wird bei einem Naturschutz-Monitoring die Pflanzen- und Tierwelt auf Veränderungen überprüft. Michael Krebs steht dafür in regelmäßigem Austausch mit der obersten Naturschutzbehörde. Auf dem Tempelhofer Feld werden jedes Jahr Bereiche für Brutvögel abgesperrt. Zugleich bietet das ehemalige Flughafengelände zahlreiche Sportanlagen, gastronomische Angebote und Platz für jährlich bis zu 80 Veranstaltungen aller Art. „Diesen Mix hinzubekommen und den vielen verschiedenen Wünschen der Menschen gerecht zu werden, macht diesen Standort so besonders“, sagt Krebs. Aktuell werde gerade darüber beraten, Weideflächen für Rinder und Schafe einzuführen. Ideen gibt es reichlich.

Er sei immer noch begeistert von den vielen Leute aus aller Welt, die das Tempelhofer Feld für sich nutzen. „Neulich stand jemand mit einer Staffelei im Feld und hat ein Ölbild gemalt. Fechten oder American Football habe ich hier auch schon gesehen. Das ist eine großartige Vielfalt“, berichtet Krebs. Manchmal ärgere er sich aber auch über so manchen rücksichtslosen Besucher. „Es gibt Menschen, die lassen ihre Hunde außerhalb der Auslaufgebiete und ohne Leine herumlaufen, was Kindern Angst macht. Andere vermüllen die Grillplätze oder schmeißen die noch heiße Asche in die Container.“ Einzelne Mülltonnen seien dadurch auch schon abgefackelt. Vandalismusschäden, Graffiti und andere Probleme würden jedoch immer zeitnah beseitigt. „Am besten ist, wenn die Besucher gar nicht merken, dass im Hintergrund viele Menschen dafür arbeiten, den Besuch auf dem Tempelhofer Feld so angenehm wie möglich zu machen“, erklärt Michael Krebs.

60.000 Besucher nutzen das Tempelhofer Feld an manchen Frühlingstagen. Parkmanager Michael Krebs sorgt für einen angenehmen Aufenthalt.
In einem eingezäunten Bereich steht ein ehemaliges Übungsflugzeug der Flughafenfeuerwehr. Auch um dessen Instandhaltung kümmert sich Michael Krebs.
Autor:

Philipp Hartmann aus Köpenick

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