Grüne trommeln weiter für temporäre Radwege
„Pop-up“ soll in Reinickendorf Thema bleiben

Im Fokus der Pop-Up-Diskussionen: Die Berliner Straße.
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  • hochgeladen von Thomas Frey

Sie wollten die Debatte am laufen halten, erklären die Bezirksgrünen unlängst in einer Mitteilung. Auch in der, wie sie meinten, aktuellen „Saure-Gurken-Zeit“.

Die gibt es zwar ebenso wenig, wie das oft beschworene „Sommerloch“. Und gerade das Grüne-Anliegen war schon bisher ein Thema. Es geht um die sogenannten Pop-up-Radwege, also die zunächst temporären Fahrradstreifen auf Fahrbahnen, die mittlerweile an vielen Stellen eingerichtet wurden oder werden sollen. Reinickendorf gehört neben Spandau zu den wenigen Bezirken, wo keine Pop-up-Verbindung angemeldet wurde. Zum Unmut der Bündnispartei, die eine solche Radspur speziell für die Berliner Straße in Tegel fordert.

Wegen des Coronavirus
sind mehr Autos unterwegs

In einem Flächenbezirk stelle sich die Situation etwas anders dar, als in der Innenstadt, hieß es unter anderem in einer Stellungnahme von Baustadträtin Katrin Schultze-Berndt (CDU). Viele ältere Menschen seien hier auf ein Auto angewiesen. Statt Pop-up brauche es deshalb einen „funktionierenden Angebots-Mix“. Eine Begründung für die Radspuren sei auch gewesen, dass es durch den Rückgang des motorisierten Fahrzeugverkehrs wegen des Coronavirus mehr Platz auf den Straßen gäbe. Das stimme so inzwischen nicht mehr, meinte die Stadträtin. Es wären wieder ähnlich viele Autos unterwegs, wie vor Beginn der Pandemie. Teilweise sogar noch mehr, weil zahlreiche Menschen noch immer keine öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. Der wiederum, konkret die Busse, könnten durch Pop-up weiter beeinträchtigt werden. Auch in der Berliner Straße. Die werde außerdem, auch als Entlastung, in ihrer aktuellen Breite dringend benötigt, erwiderte Katrin Schultze-Berndt. Und letztendlich hält sie die Pop-up-Streifen für „wenig durchdacht und vor allem ideologisch motiviert“. Etwa mit Verweis auf die Kantstraße in Charlottenburg.

Kinder und ältere Menschen
seien besonders gefährdet

Die Bündnispartei sieht das naturgemäß anders. Es gehe speziell in der Berliner Straße um die „simple Frage“, ob die Stadträtin den Fahrradverkehr dort als sicher einschätzt? Gerade für Kinder oder Ältere. So wird es unter anderem in einem offenen Brief formuliert, hinter den sich neben anderen auch der ADFC Reinickendorf gestellt hat. Plädiert wird dort außerdem für einen „vernünftigen Mittelweg“. Und mit einer zunächst temporären Einrichtung könne eine Radverkehrsanlage auch erst einmal „unideologisch und kostengünstig“ ausprobiert werden."

Autor:

Thomas Frey aus Friedrichshain

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