Der GSW-Deal und seine Tücken
Vers(ch)enktes Geld

Berlin möchte den Bestand der einst landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft GSW zurückkaufen.

Das erklärte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) und gab damit das Signal für eine große Rekommunalisierungsoffensive. Die GSW war 2004 veräußert, man kann sagen, verscherbelt worden. Ihre Immobilien gehören heute weitgehend zum Imperium der Deutschen Wohnen.

Der Verkauf war ohne Zweifel ein großer Fehler. Selbst der Verweis auf die damals kata-strophale Haushaltslage des Landes ändert daran wenig. Ein Rückerwerb bedeutet nach meiner Meinung aber einen ähnlich großen Fehlgriff. Vor allem aus finanziellen Gründen. Für die GSW hat Berlin einst rund 400 Millionen Euro kassiert. Für den Rückkauf müsste gewiss eine weitaus höhere Summe aufgebracht werden.

Geld, mit dem sich eine ganze Menge Neubauten realisieren ließen, wie nicht nur die Oppositionsparteien CDU und FDP im Abgeordnetenhaus anmerkten. Stattdessen soll es allein für den Bestand ausgegeben werden. Menschen, die eine Wohnung suchen und – sofern sie überhaupt eine finden – dafür Mondpreise bezahlen müssen, ist damit nicht geholfen. Ich finde es in Ordnung, wenn der Senat, wie an der Karl-Marx-Allee, bei großflächigen Übernahmeversuchen der Deutschen Wohnen dazwischengrätscht. Auch wenn sich schon hier die Frage nach der Kosten-Nutzen-Rechnung stellt, sie gilt aber noch weit mehr für den geplanten GSW-Deal. Am Ende würde davon wohl nur der Immobilien-investor mit einem satten Gewinn profitieren.

Soll das Land Berlin die GSW-Wohnungen zurückkaufen?

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