Entscheiden über eigenes Geld
SPD-Fraktion initiiert Schülerhaushalte in Lichtenberg

Die Lichtenberger Schulen sollen einen kleinen Extra-Etat bekommen, über dessen Verwendung allein die Kinder und Jugendlichen bestimmen dürfen – allerdings nur auf demokratischem Wege. Für diese „Schülerhaushalte“ soll das Bezirksamt sorgen, die Idee stammt von der SPD.

Dass Kinder und Jugendliche den verantwortungsvollen Umgang mit Geld lernen, ist sicherlich eines der Ziele. Es geht aber auch ums Thema Bürgerbeteiligung, die in Lichtenberg schon bei den Jüngsten beginnen soll. Nach dem Prinzip des Bürgerhaushalts wird es daher in Zukunft Schülerhaushalte geben – also zusätzliche, wenn auch überschaubare Etas für die Bildungsstätten. Sie sollen den Schülern die Möglichkeit eröffnen, über finanzielle Mittel selbst zu entscheiden, sagt Kevin Hönicke, Vorsitzender der Lichtenberger SPD-Fraktion. „Dann können sie mehr mitgestalten und mitbestimmen, für welche Projekte das Geld ausgegeben wird.“

Die Sozialdemokraten hatten die Initiative zu den Schülerhaushalten im vorigen Jahr gestartet, ihr Antrag in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) wurde zunächst in den Schulausschuss überwiesen, wo er Zustimmung fand. In der Januar-Tagung der BVV erhielt das Bezirksamt den Auftrag, das Projekt anzugehen und für die Schulen künftig Extra-Mittel bereitzustellen. Geschehen soll das in bestimmten Intervallen, die fest mit einem Titel im Bezirkshaushalt zu verankern sind.

Wie im Parlament verhandeln

Die SPD möchte den Nachwuchs nicht zuletzt ein wenig mehr für demokratische Prozesse interessieren. „Die Schüler sollen mittels demokratischer Verfahren über den Einsatz von Geld entscheiden – ganz so, wie das bei Haushaltsverhandlungen im Parlament auch geschieht.“ Darüber hinaus versprechen sich die Initiatoren, dass die jungen Leute bestimmte Probleme und Bedürfnisse an ihrer Schule herausfinden, um Lösungen zu finden. Es gebe bereits einige Schulen, die solche Verfahren umsetzen, sagt der Fraktionschef. „Von den Erfahrungen sollten wir lernen.“

Bei der Diskussion im Ausschuss wurde angeregt, dass die rund 60 Lichtenberger Schulen zunächst jeweils 3000 Euro erhalten. Die Gesamtsumme soll in den Bezirksetat eingestellt werden. Kevin Hönicke: „Wir gehen davon aus, dass unser Antrag im neuen Haushalt abgebildet wird und ab dem nächsten Jahr umgesetzt werden kann.“

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