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Die alte Lady Gleimtunnel: Mit über 110 Jahren ist das Brückenbauwerk fitter als gedacht

Mit diesem Gutachten zum Gleimtunnel hat Jens-Holger Kirchner gut lachen: „Der alten Lady geht es gut.“
Mit diesem Gutachten zum Gleimtunnel hat Jens-Holger Kirchner gut lachen: „Der alten Lady geht es gut.“ (Foto: Bernd Wähner)

Prenzlauer Berg. Der Gleimtunnel könnte am 23. Dezember wieder für den Autoverkehr geöffnet werden. Dann sollen die Straßenbauarbeiten an seinen beiden Enden und in der Unterführung beendet sein.

Bei einem Unwetter am 27. Juli war der Gleimtunnel überflutet worden und musste komplett für den Autoverkehr gesperrt werden. Nur Radfahrer und Fußgänger dürfen ihn derzeit passieren. Die Suche nach Schäden zog sich in die Länge. „Für den Westteil des Tunnels war das kein Problem“, sagt der bisherige Pankower Stadtentwicklungsstadtrat und neue Berliner Verkehrsstaatssekretär Jens-Holger Kirchner (Bündnis 90/Die Grünen). Die Groth-Gruppe wurde im Zusammenhang mit ihrem Wohnungsbauvorhaben verpflichtet, permanent Messungen am Bauwerk durchzuführen. Deshalb konnte für diesen Bereich rasch Entwarnung gegeben werden.

„Für den Ostteil sah das ganz anders aus. Es fühlte sich keiner zuständig“, so Kirchner. Bis vor acht Jahren gehörte das Bauwerk offiziell der Bahn. Weil diese es wegen des Mauerbaus aber viele Jahre lang nicht als Bahngelände nutzen konnte, erklärte sie sich für nicht mehr zuständig. Das Pankower Bezirksamt nahm sich der Sache an, weil der Gleimtunnel perspektivisch sowieso an den Bezirk übertragen wird. Dann ist auch die Abteilung X der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zuständig.

„Der Gleimtunnel ist ja eigentlich eine Brücke und kein Tunnel“, sagt Kirchner. „Die Brücken in Berlin werden in regelmäßigen Abständen untersucht. Alles wird in einem Brückenbuch dokumentiert. Wir mussten aber feststellen, dass das für den Gleimtunnel nicht stattfand.“ Der Senat räumte sein Versäumnis ein und stellte dem Bezirksamt Mittel für eine Begutachtung zur Verfügung. Im Zusammenhang mit dem Gutachten ist dann gleich auch ein Brückenbuch für den Gleimtunnel angelegt worden. Inzwischen liegt das Gutachten vor. „Der alten Lady geht es gut“, fasst Kirchner das Ergebnis zusammen. „Der Zustand der Brücke, Baujahr 1903, ist besser, als es ihr Aussehen vermuten lässt. Die Widerlager wurden nicht unterspült, sodass keine Gefährdung besteht.“ Nur an einer Stütze wurde ein Riss festgestellt. Dieser ist aber gesichert worden. Außerdem werden jetzt auch im östlichen Teil der Brücke regelmäßig Messungen vorgenommen. „So wissen wir immer, ob sich etwas am Zustand der Brücke verändert“, so Kirchner.

Auch wenn der Zustand der Brücke verhältnismäßig gut ist, musste die Fahrbahn selbst erneuert werden. Weil die Groth-Gruppe sowieso vorhatte, auf westlicher Seite Straßenbauarbeiten zur Erschließung ihres Baugebiets durchzuführen, entschloss man sich, die Straßenbauarbeiten gleich gemeinsam anzugehen. Inzwischen ist als Fertigstellungstermin der 23. Dezember festgesetzt. „Doch ab wann wieder Autos durch den Gleimtunnel fahren können, steht noch nicht fest“, gesteht Kirchner. „Noch fehlt die nötige straßenverkehrliche Anordnung. Die Straße muss dann auch noch abgenommen werden. Hier liegt die Zuständigkeit beim Bezirksamt Mitte. Deshalb bleibt der Gleimtunnel auch nach Fertigstellung der Straße so lange gesperrt, bis das alles geklärt ist.“

Kirchner sagt, dass er als neuer Berliner Verkehrsstaatssekretär natürlich weiter ein Auge auf den Gleimtunnel haben wird. Dieser müsse in absehbarer Zeit nämlich grundlegend saniert werden. Darum werde er sich kümmern. BW

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