Mit Schutzmaske in den Seminarraum
Im Tempelhofer Forum finden wieder Weiterbildungen statt

Seit dem 19. Mai finden im Tempelhofer Forum wieder Weiterbildungen für Erzieher und Tagespflegepersonen statt. Geschäftsführer Birger Holz hat den Seminarraum pandemiegerecht gestaltet.
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Desinfektionsmittelspender, Abstandsschilder, Einmalhandschuhe und Sitzplatzmarkierungen auf dem Fußboden. Birger Holz hat wirklich an alles gedacht, damit sich seine Gäste sicher fühlen können. Der Geschäftsführer des Tempelhofer Forums für die Abteilung Seminare lädt wieder zu Weiterbildungskursen ein.

Zu ihm kommen Erzieher und Tagespflegepersonen, die Denkanstöße für ihre Arbeit suchen. In den Seminaren geht es um Musik im Kita-Alltag, um Yoga- und Erste-Hilfe-Kurse für Kinder, gewaltfreie Kommunikation und vieles mehr. Der erste Kurs nach der pandemiebedingten Schließung behandelte das Thema Mittagsschlaf. Die Dozenten kommen aus der pädagogischen Praxis. Sie sind Erzieher, Trainer, Therapeuten, Psychologen, aber auch Eltern. „Gerade besonders nachgefragt ist der Umgang mit Kinderkrankheiten“, erzählt Birger Holz. Diejenigen, die sich tagtäglich um die Betreuung von Kindern kümmern, beschäftige das Coronavirus auch dahingehend, wie sich ähnliche Situationen in Zukunft besser handhaben lassen.

Dass solche Fortbildungen gerade jetzt nicht ruhen dürfen, bemerkt er an den Reaktionen. „Das Telefon klingelt oft. Die Leute wollen weitermachen und Kitas möchten, dass ihre Erzieher die Seminare besuchen.“ Der Austausch sei im Tempelhofer Forum das Wichtigste. Wie macht ihr das in der Kita? Wie ist das in eurem Bezirk und was sagt euer Jugendamt dazu? Über Fragen wie diese könnten die Teilnehmer ins Gespräch kommen. Damit der Abstand stimmt, hat Birger Holz vor der Wiedereröffnung mit dem Zollstock alles abgemessen. Mit orangefarbenem Klebeband markierte er die Stellplätze der Stühle. „Ich bin anderthalb Stunden auf dem Boden herumgekrochen“, berichtet er. Bereits vor dem Eingang müssen die Kursteilnehmer den Mindestabstand einhalten. Hineingelassen wird nur, wer eine Schutzmaske trägt. Erst am Platz darf die Maske abgenommen werden. Anders als sonst darf sich jedoch niemand einen Kaffee von vorne holen. Für Holz selbst ändert sich jetzt auch etwas. „Ich bin ein Dozent, der gerne läuft, während er redet. Das kann ich jetzt nicht machen.“

Maximal zwölf Personen können derzeit an einem Seminar teilnehmen. Vor Corona waren es auch schon mal bis zu 32. Gefördert wird das Tempelhofer Forum vom Jugendamt. In den 80er-Jahren wurde es vom damaligen Kita-Beraterteam des Jugendamts Tempelhof gegründet. Birger Holz fing 2014 als Dozent im Bildungsinstitut an. „In meinem ersten Seminar ging es darum, wie man Kindern Märchen frei erzählt. Ich hatte Riesenbammel, habe dann aber Blut geleckt“, erinnert er sich. Seit drei Jahren ist der 35-Jährige nun schon Geschäftsführer. Seinen vierjährigen Sohn bringt er derzeit nicht in die Kita, sondern betreut ihn mit seiner Frau, die selbst Tagespflegeperson ist, zu Hause. Grund sei das Schleusensystem in der Kita seines Sohnes. Sie wollten auf die Rituale bei der Verabschiedung nicht verzichten, erklärt er.

Gerade erst hat das Tempelhofer Forum seine Broschüre mit den Veranstaltungen für das zweite Halbjahr 2020 herausgebracht. Birger Holz ist darauf eingestellt, dass die Seminare noch monatelang unter den aktuellen Voraussetzungen stattfinden werden. Der Start sei jedoch gut verlaufen. „Als die ersten Teilnehmer eintrafen, spürte ich deutliche Unsicherheit“, berichtete er nach dem Auftakt Mitte Mai. Die Atmosphäre habe sich jedoch schnell gelockert. Eine Seminarteilnehmerin schrieb hinterher in einer Mail: „Mich haben die durch Corona verschuldeten Einschränkungen gar nicht gestört. Im Gegenteil hatte ich das Gefühl, dass ihr euch Gedanken gemacht habt, wie man Vorgaben umsetzen kann, und habt diese dann auch so umgesetzt, dass man sich eigentlich in keiner Weise eingeschränkt gefühlt hat. Der Mundschutz und die Abstandsregeln gehören inzwischen schon so sehr zum Alltag, dass man sie auch bei einer Fortbildung kaum noch als störend empfindet.“

Autor:

Philipp Hartmann aus Köpenick

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