Stillstand an der Spitze
Anwohner warten seit zwei Jahren auf eine Verbesserung der Situation rund um den Caligariplatz

Wegen einer Baustelle hat der Caligariplatz vor der Brotfabrik zurzeit kaum Aufenthaltsqualität. Das sollte sich nach Auffassung der Anwohner rasch ändern.
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Die Lebensqualität an der Weißenseer Spitze soll verbessert werden. Diesen Beschluss fasste die BVV vor zwei Jahren. Getan hat sich seitdem nichts.

Das Bezirksamt teilte im Wesentlichen nur mit, dass man sich bei den meisten Umbaumaßnahmen mit der Senatsverkehrsverwaltung abstimmen müsse. Doch auch das passierte bislang offenbar nicht. So hat sich die Situation auf dem Caligariplatz und in der Gustav-Adolf-Straße noch nicht verbessert. Im Gegenteil. Der Caligariplatz ist seit Monaten eine Baustelle. Eine Trafostation wurde aufgestellt. Für die Verlegung von Leitungen wurden Teile des Platzes aufgerissen. Ein Ende der Bauarbeiten ist nicht in Sicht.

Mit diesem Stillstand will sich die Interessengemeinschaft (IG) Weißenseer Spitze nicht abfinden. Mit Unterstützung der Berliner Abgeordneten Clara West (SPD) lud er Verkehrsstaatssekretär Ingmar Streese und Stadtentwicklungsstadtrat Vollrad Kuhn (beide Bündnis 90/Die Grünen) zu einem Spaziergang durch den Kiez ein. Streese kam und Kuhn schickte, weil er sich auf Dienstreise befand, den Leiter des Straßen- und Grünflächenamtes Andreas Johnke.

Marion Koch und Andreas Domke von der IG machten ihrem Ärger Luft, dass bislang vom BVV-Beschluss noch nichts umgesetzt wurde. In diesen zwei Jahren Zeit hätte man zumindest mit ersten Planungen beginnen können. Aber auch das geschah nicht. Damit erwecke man den Eindruck, dass sich die Verwaltung gar nicht bewegen wolle, so Domke.

Die Anwohner stellten dem Verkehrsstaatssekretär ihre Vorschläge für den Caligariplatz und die Gustav-Adolf-Straße vor und hoffen nun, dass sich endlich etwas bewegen wird. So wünschen sie sich zum Beispiel eine Einfassung des Platzes zur Prenzlauer Promenade hin mit einer teilbegrünten Sitzmauer sowie die Errichtung eines Brunnens. Auf der Prenzlauer Promenade sollte in Höhe Brotfabrik eine Überquerungsmöglichkeit geschaffen werden, und auch der Lärm, den die Straßenbahn verursacht, sollte durch begrünte Gleise reduziert werden. Weiterhin sollte geprüft werden, ob die Gustav-Adolf-Straße beispielsweise zwischen Prenzlauer Promenade und Lehderstraße Einbahnstraße werden kann.

Dass von den Vorschlägen bislang noch keiner eingehender geprüft, geschweige denn umgesetzt wurde, habe personelle und finanzielle Gründe, erklärt Johnke. Es fehlen vor allem die Mitarbeiter. Erst allmählich verbessere sich die Personalsituation im Amt. Amtsleiter Johnke ist trotzdem voller Hoffnung, dass die Vorschläge nun auf ihre Umsetzbarkeit hin geprüft werden. Man habe bereits einen Vor-Ort-Termin mit der Senatsverwaltung vereinbart. Hinzu komme, dass dieser Bereich Sanierungsgebiet werden soll. Dann würden auch entsprechende finanzielle Mittel und Personal zur Verfügung gestellt werden, um solche Projekte umzusetzen. Streese ergänzt, dass in Vorbereitung auf den Beschluss, den Kiez zum Sanierungsgebiet zu erklären, vorbereitende Verkehrsuntersuchungen stattfinden werden. In deren Rahmen werden auch die im BVV-Beschluss enthaltenen Vorhaben und Vorschläge der Anwohner geprüft.

Die Abgeordnete Clara West fordert indes, dass nicht gewartet werden solle, bis der Kiez Sanierungsgebiet wird. Die Verwaltung habe schon zwei Jahre Zeit gehabt, um die Vorschläge zu prüfen. „Niemand erwartet, dass alles rasch umgesetzt wird. Aber zumindest Zwischenschritte auf dem Weg zur Umsetzung sollten erkennbar sein.“ Verabredet wurde, dass die IG Weißenseer Spitze und Clara West in absehbarer Zeit zu einem nächsten Treffen einladen. Dann soll es vor allem um das Thema Sanierungsgebiet gehen.

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