Klagen über Müll und Verkehrschaos
Unschöne Nebenwirkungen des Sommers

Was nach einem Wochenende zurückbleibt. Ein Foto, das die Waldschule Spandau geschickt hat.
  • Was nach einem Wochenende zurückbleibt. Ein Foto, das die Waldschule Spandau geschickt hat.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Thomas Frey

„Das Ende eures schönen Sonntags... ist der Beginn unseres frustrierenden Montags.“ So lautet die Überschrift eines Berichts, den die Waldschule Spandau an das Spandauer Volksblatt geschickt hat.

Sein Thema: Der Müll an vielen Stellen im Bezirk. An Badestellen. In Parks oder im Wald. Hinterlassenschaften, die Erholung Suchende dort zurücklassen. Die an manchen Stellen, etwa am ehemaligen Grenzstreifen nahe der Bürgerablage, von Freiwilligen aufgesammelt werden. Aber denen „stinkt“ der unachtsame Umgang vieler Zeitgenossen inzwischen „im wahrsten Sinne des Wortes“, formulierte die Waldschule ebenfalls.

Das Problem ist nicht neu. Es scheint sich aber in Zeiten von Corona noch einmal verschärft zu haben. Wegen manchen eingeschränkten Alternativen ballen sich noch mehr Menschen an bestimmten Orten. Speziell in Wassernähe.

Mülleimer reichen nicht,
es fehlt an Toiletten

So etwa auch am Groß-Glienicker See, wo die Grüne-Bezirksverordnete Elmas Wieczorek-Hahn erneut ein „ausgebrochenes Chaos“ beklagt. Die Kapazität der Abfallbehälter an den beiden Badestellen reiche nach ihrer Einschätzung überhaupt nicht aus. Die Vermüllung sei deshalb ebenso unzumutbar, wie die mangelhafte Toilettensituation. Hunde würden ihr Geschäft auf dem Gelände zwischen spielenden Kinder verrichten. Manche Besucher offenes Feuer entfachen oder sogar Bäume anzünden. Und wer sie auf ihr umweltschädliches Verhalten aufmerksam mache werde, oft in angetrunkenem Zustand, beleidigt.

Ein weiteres Ärgernis ist für Elmas Wieczorek-Hahn die Verkehrssituation. Verstopfte Straßen, Stau oder wildes Auto abstellen, weil die vorhandenen Parkmöglichkeiten nicht ausreichen. Ihre Fraktion forderte deshalb bereits im vergangenen Jahr eine Sperrung von besonders betroffenen Straßen, wie der Uferpromenade. Außerdem eine bessere Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr

Straßensperren bringen nichts,
sagt das Amt

Sperren würden aber nur zu einem Verlagern des Verkehrs in die Wohnsiedlung oder die verlängerte Uferpromenade führen, heißt es auf Nachfrage in einer Stellungnahme des Straßen- und Grünflächenamtes. Und selbst bei einem Stopp für den Durchgangsverkehr dürfte weiter in den Bereich eingefahren werden. Das Badeareal werde wiederum zwei Mal wöchentlich von einer beauftragten Firmen gereinigt. Bei Bedarf geschehe das auch zusätzlich an den Wochenenden.

Das scheint das Problem aber anscheinend höchstens zu minimieren. Und zwar nicht nur an dieser Stelle. Entscheidender wäre wahrscheinlich ein verändertes Verhalten der Erholung Suchenden.

Autor:

Thomas Frey aus Friedrichshain

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