„Lesen im Park“ ein großer Erfolg
„Es gibt kein falsch im Wunderland!“

LesArt-Mitarbeiter Götz Drope und Grundschüler der Peter-Härtling-Grundschule.
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  • Foto: Marco Dames
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Zwei Wochen lang konnte man in Berliner Grünanlagen, auf Spielplätzen und Schulhöfen lesebegeisterte Kinder beobachten, die sich Literatur ganz spielerisch und mit allen Sinnen näherten. Die Aktion dahinter nennt sich „Lesen im Park“.

Das Berliner Zentrum für Kinder- und Jugendliteratur LesArt, die Kampagne „Kinder beflügeln“ der Johannesstift Diakonie und die Berliner Kinder- und Jugendbibliotheken veranstalteten 26 Veranstaltungen an denen rund 400 Kinder zwischen fünf und zehn Jahren teilnahmen. Ziel war es die Begeisterung der Kinder für das Lesen anzuregen, aber auch ihrer Fantasie freien Lauf zu lassen und auf vielfältige Art kreativ zu sein.

Kinder fühlen sich
wie Alice im Wunderland

So etwa als es auf dem Schulhof der Spandauer Peter-Härtling-Grundschule um den Kinderbuchklassiker „Alice im Wunderland“ von Lewis Carroll ging. Die 15 Kinder waren nach nur wenigen Worten fasziniert, krabbelten wie weiße Kaninchen und spielten Krocket mit Flamingos. „Ein Ansatz unserer Methodik ist es, Kinder in Geschichten hineinzulocken, indem wir alle fünf Sinne ansprechen“, erläutert Sylvia Habermann, freie Projektmitarbeiterin von „LesArt“.

Konkret funktioniert das so: Als Alice in der Geschichte durch ein Schlüsselloch einen wunderschönen Garten erblickt, verteilten die LesArt-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter Papier und Buntstifte. Auf dem Papier: ein weißes Schlüsselloch, umrahmt von einem schwarzen Schlossblech. Darin zeichneten die Kinder dann, wie sie sich den Garten vorstellen. LesArt-Mitarbeiter Götz Drope ermunterte die Kinder: „Es gibt kein falsch im Wunderland!“ Der achtjährige Adrian malte gleich drauf los. „In meinem Wunderland sind die Bäume Lollipops in verschiedenen Geschmacksrichtungen“, rief er. „Und meine Sonne ist ein Toastbrot.“

Kinder anderer EU-Staaten
lesen deutlich besser

So viel Spaß die Kinder und die Engagierten auch hatten, der Hintergrund der Veranstaltung ist ernst. Bildungschancen in Deutschland sind nach wie vor ungleich verteilt. Außerdem schneidet Deutschland bei der Leseleistung seiner Grundschülerinnen und Grundschüler im Vergleich mit den meisten EU-Staaten deutlich schlechter ab.

Umso wichtiger sind Förderungen der Lesekompetenz wie „Lesen im Park“. „Mit dieser Aktion möchten wir auch jene Kinder fürs Lesen begeistern, die sonst keine ausgewiesenen Bücherwürmer sind“, so Claudia Lukat, „Kinder beflügeln“-Projektleiterin. „Denn Lesen ist so wichtig. Es erweitert deinen Horizont. Wer in Geschichten eintaucht, der erlebt sie auch. Er lebt in anderen Städten, hat unendlich viele Begegnungen und lernt ständig neue Dinge kennen.“

LesArt-Mitarbeiter Götz Drope und Grundschüler der Peter-Härtling-Grundschule.
LesArt-Praktikantin Anja Voigt, Mitarbeiterin Sylvia Habermann und 15 Kinder lauschen Götz Drope beim vorlesen aus "Alice im Wunderland".
Autor:

Alexander Schultze aus Spandau

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