Unbehaglich real
„Drachenherz“ in der Neuköllner Oper

Kraftvoll: ein getanzter Kampf.
  • Kraftvoll: ein getanzter Kampf.
  • Foto: Nasser Hashemi
  • hochgeladen von Josephine Macfoy

Die Neuköllner Oper hat was Neues: „Drachenherz“ heißt das Stück, das nach den Ereignissen von Chemnitz Volkes Seele nachspürt – aus der Perspektive einer Jugendclique.

Roh, gnadenlos und temporeich inszenieren Mathias Noack, Peter Lund und Neva Howard eine Geschichte um aktuelle Diskurse: Migration, Rassismus und die Hoffnungslosigkeit einer jungen Generation, in der irgendwie jeder ein bisschen verloren hat – im Nirgendwo, wo sie abwandern und „nur die Dummen bleiben“. Was hat man dort zu tun, außer sich Gegner zu suchen, Schuldige für die eigene Misere? Zwischen Dorfjugend und Flüchtlingsunterkunft tun sich gesellschaftliche Abgrün-de auf.

Die junge Besetzung brilliert in akrobatischen Tanzszenen, wirkt authentisch in ihren Frotzeleien und gibt dabei der Erzählung eine solche Leichtigkeit, dass der Zuschauer die Katastrophe kaum kommen sieht. Ein Stück wie ein schlechter Traum, nach dem ein schales Gefühl zurückbleibt: Wie konnte das alles bloß passieren?

„Drachenherz“ in der Neuköllner Oper, Karl-Marx-Straße 131–33, wird noch bis zum 21. Juli an diversen Terminen gespielt. Karten gibt es ab 19 Euro, mehr Infos auf https://www.neukoellneroper.de/play/drachenherz.

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