Bunkersanierung zu kostspielig
Suche nach Räumen für Jugendclubs Drugstore und Potse geht weiter

Das wäre sicher eine guter Ort für die Jugendclubs. An eine Sanierung ist aber nicht zu denken.
  • Das wäre sicher eine guter Ort für die Jugendclubs. An eine Sanierung ist aber nicht zu denken.
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  • hochgeladen von Karen Noetzel

Das Bezirksamt ist weiter auf der Suche nach geeigneten Räumen für die beiden Punkerclubs Drugstore und Potse. Immer wieder wird der Hochbunker in der Pallasstraße genannt. Der politische Lobbyist der Punker, die Linke, will den Immobilienentwickler Pecan Development in die soziale Pflicht nehmen. Derweil hält Potse seine alten Räume in der Potsdamer Straße immer noch besetzt.

Es gibt unterschiedliche Bemühungen, den beiden selbstverwalteten Jugendclubs eine Bleibe zu verschaffen, in der auch laute Konzerte stattfinden können. Jugendstadtrat Oliver Schworck (SPD) wird nicht müde, immer wieder bei der Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) nach Räumen für Drugstore und Potse zu fragen. Die BIM verwaltet rund 5000 landeseigene Immobilien. „Diese Anfragen blieben bisher erfolglos, werden jedoch weiter verfolgt“, sagt Oliver Schworck.

Als wünschenswerter Ort für Clubtreffen und -veranstaltungen wird immer wieder der Hochbunker in der Pallasstraße angeführt. Der Bunker wäre für die Punker gut geeignet. Er ist riesengroß und schalldicht. Er gehört dem Bezirk Tempelhof-Schöneberg. Und da liegt das Problem.

Der Bezirk hat weder das Personal noch die finanziellen Mittel, um den Hochbunker für die Zwecke der Jugendclubs herzurichten. Der Fachbereich Facility Management im Bezirksamt will und muss sich zuerst um die von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) angestoßene „Schulbauoffensive“ und um die Modernisierung der bezirklichen Verwaltungsgebäude kümmern.

Hinzu kommt eine technische Schwierigkeit: Wasser ist in den Bunkerkeller eingedrungen. Im Innern herrscht eine Luftfeuchtigkeit von rund 90 Prozent. Auf die Schnelle lasse sich der Keller nicht sanieren, weiß Stadtrat Schworck. Der Dezernent ist sich sogar sicher, dass der Bunker überhaupt nicht zu sanieren ist. Selbstverständlich könne das abschließend nur ein Gutachter beurteilen, so Oliver Schworck.

Unterdessen beharrt die Linke in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) auf dem Gebäude Potsdamer Straße 140 als Clubstätte. Dafür soll der Immobilienentwickler Pecan Development der Finanzschule Räume in seinem entstehenden Büro- und Geschäftsgebäude „Wirtschaftswunder“ auf dem ehemaligen Areal der Commerzbank an der Bülowstraße zur Verfügung stellen. Als „sozialer Beitrag für das Gebiet“, formuliert die Linken-Verordnete Christine Scherzinger. Der Senat will die Finanzschule in der Potsdamer Straße 140 unterbringen. Der Vorschlag der Linksfraktion wird nach der politischen Sommerpause im Jugendhilfeausschuss der BVV weiterdiskutiert.

Derweil tickt die Ausgabenuhr des Bezirks. Potse hat nicht, wie verabredet und früher berichtet, die Schlüssel für die ehemaligen Räume in der Potsdamer Straße 180 fristgerecht zurückgegeben und nutzt die Räume widerrechtlich weiter. Jugendstadtrat Schworck ist gezwungen, die Miete weiterzubezahlen. Die Schadenersatzforderungen des Vermieters wegen einer geplatzten Nachvermietung einschließlich Anwalts- und Verfahrenskosten und sonstiger Ersatzforderungen summieren sich auf das Doppelte gegenüber den Kosten im Jahr 2018, bis Jahresende schätzungsweise bis zu 300 000 Euro. Die Haushaltsmittel des Jugendamtes für derlei Mieten werden laut Stadtrat Schworck nicht ausreichen. Das Geld muss der Stadtrat dann woanders in seinem Hause suchen – oder im Haushalt des gesamten Bezirksamtes.

Eine Räumungsklage des Bezirks ist bei Gericht anhängig, aber noch nicht entschieden. Und die Chancen, dass die Verantwortlichen für den durch die illegale Nutzung der Räume entstandenen finanziellen Schaden haftbar gemacht werden können, sind nicht sehr realistisch.

Autor:

Karen Noetzel aus Schöneberg

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