Quartiersmanagement Reuterkiez muss zum Jahresende seine Arbeit einstellen

Das QM-Team: Daniela Hertel, Luzia Weber, Friedericke Hoth und Daniel Cibis (v. l.) wurden am 13. Oktober offiziell mit einer Feier in der Quartiershalle verabschiedet.
  • Das QM-Team: Daniela Hertel, Luzia Weber, Friedericke Hoth und Daniel Cibis (v. l.) wurden am 13. Oktober offiziell mit einer Feier in der Quartiershalle verabschiedet.
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Neukölln. Nach 14 Jahren beendet das Quartiersmanagement Reuterplatz Ende Dezember seine Arbeit. In der Quartiershalle wurde schon am 13. Oktober eine offizielle Verabschiedung des Teams gefeiert. Neben Lob und Dank gab es dabei auch Kritik.

Kein Berliner Bezirk hat so viele Quartiersmanagements (QM) wie Neukölln. Bisher waren es elf an der Zahl, bald werden es nur noch zehn sein. Ganze 14 Jahre lang war im Reuterkiez ein QM ansässig. In dieser Zeit flossen aus dem Programm "Soziale Stadt" rund 14 Millionen Euro in das Gebiet. Dieses Geld wurde in mehr als 600 sozio-integrative Projekte gesteckt, vor allem im Bereich Bildung und Integration. So schlossen sich auf Initiative des QM-Teams zahlreiche Akteure des Kiezes zu einem Bildungsverbund zusammen, um eine Verbesserung der Bildungssituation zu erreichen. Weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist heute der Campus Rütli, der derzeit zu einem zukunftsweisenden Bildungsstandort ausgebaut wird.

In dieses Modellprojekt flossen neben Landes- und Bezirksmitteln auch Gelder aus dem Programm "Soziale Stadt". Bis 2020 soll das Bauvorhaben, von dem derzeit eine riesige Baustelle entlang der gesperrten Rütlistraße zeugt, fertiggestellt sein (wir berichteten). „Es geht beim QM darum, Lebensbedingungen zu verbessern und diejenigen zu unterstützen, die es besonders schwer haben“, erklärte Staatssekretär Engelbert Lütke Daldrup bei der Abschiedsfeier des QM in der Quartiershalle. Nun sei an der Zeit, dass strukturschwächere Kieze mit Mitteln aus dem Programm "Soziale Stadt" gefördert werden. Für die Mietsteigerungen im Kiez, die es aufgrund der großen Entwicklungsdynamik gebe, könnten allein die Vermieter, nicht aber der Senat oder der Bezirk verantwortlich gemacht werden.

Einige Akteure und Bewohner aus dem Kiez sehen das offenbar anders. Auf Plakaten – gestaltet in Form einer Traueranzeige – war zu lesen, dass das QM Reuterplatz ungeachtet katastrophaler Sozialdaten, Kinderarmut und Bildungsferne vom Regierenden Bürgermeister und dem Bezirksamt auf dem Altar der Gentrifizierung geopfert worden sei. Auch Quartiersratsmitglied Andreas Haltermann vom „Bündnis für bezahlbare Mieten Neukölln“, das mit Unterstützung des QM gegründet wurde, kritisierte: „Der Milieuschutz im Reuterkiez ist allein unser Verdienst. Der Senat und der Bezirk haben trotz steigender Mieten nicht gehandelt.“

Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) rief dazu auf, jetzt nicht in Gejammer zu verfallen. „Wir sind noch lange nicht fertig hier“, sagte sie. „Es geht weiter, wenn auch mit anderen Strukturen und anderen Förderprogrammen.“ SB

Autor:

Sylvia Baumeister aus Neukölln

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