Hässliche Bilder gibt's nicht
Kinderreporter Erik in der Werkstatt für Kreative

„Welches Bild gefällt dir am besten?“ Frau Doubleday bekommt darauf ganz verschiedene Antworten.
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  • „Welches Bild gefällt dir am besten?“ Frau Doubleday bekommt darauf ganz verschiedene Antworten.
  • hochgeladen von Josephine Macfoy

Ist dir schon mal aufgefallen, dass man eigentlich überall in der Stadt auf Kunstwerke stößt? Es gibt große Museen, kleine Galerien, Straßengemälde, tolle Denkmäler und auch so manches Haus ist ein kreatives Meisterstück. Mit dem Klassiker, der Ausstellung, bin ich allerdings bisher nicht so ganz warm geworden. Ich geb’s ja zu: Ich dachte, dass in einem Raum voller Bilder herumzustehen, in dem sonst nichts passiert, wohl recht langweilig ist. Was für ein Trugschluss! Wie spannend es sein kann, genau das zu tun, habe ich bei der Werkstatt für Kreative erfahren.

Nahe dem Lietzensee in Charlottenburg gibt es nämlich Workshops, die Kunst extra für Leute von fünf bis 18 Jahren erklären. Dahinter steckt die Stiftung Kunstforum der Berliner Volksbank gGmbH. Das ist eine gemeinnützige Organisation der Bank, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, dass alle Berliner und Brandenburger sich für wenig oder teilweise auch ohne Geld mit Kunst beschäftigen können. Gemälde sammelte die Berliner Volksbank schon seit vielen Jahren. Mittlerweile sind rund 1500 zusammengekommen! Warum die vor allem für Berliner interessant sind, hat mir der Chef der Stiftung Kunstforum Herr Pflum erklärt: „Die Werke in der Sammlung zeigen vor allem Figuren und Stadtlandschaften und stammen aus den vergangenen 70 Jahren. Man kann an ihnen also auch ein bisschen ablesen, wie sich die Kunst in der Region Berlin und Brandenburg und zum Teil in Deutschland entwickelt hat. Deshalb ist diese Zusammenstellung ganz besonders.“

In der Werkstatt für Kreative lernen Kinder- und Jugendgruppen die aktuelle Ausstellung des Kunstforums erst einmal kennen, ganz spielerisch, wie mir die Kunsterklärerin Frau Bartels erzählt hat. Sie und ihre Kollegin Frau Doubleday denken sich immer wieder neue Strategien dafür aus. Im zweiten Teil der Workshops können Kinder dann selbst mit Pinseln und Farben loslegen. Dabei steht nur das Thema fest und das Mitmachen ist für alle kostenlos.

20 Kinder, 20 Weltsichten

Bei der Beschäftigung mit Kunst lernt man sich selbst und seine Mitmenschen besser kennen. Jeder malt seine Umwelt ein bisschen unterschiedlich, denn alle haben ja einen ganz eigenen Blick auf die Welt. Wenn du überlegst, wie du etwas darstellst, musst du immer wieder Entscheidungen treffen: Wen oder was male ich überhaupt? Welche Farben nehme ich? Welche Merkmale an einer Person oder Sache hebe ich hervor? Das alles macht aus, wie ein Bild am Ende wirkt. So ist es ziemlich spannend, wenn 20 Kinder etwas zum gleichen Thema malen sollen. Denn darin stecken 20 Weltsichten. „Viele Kinder wählen Motive aus ihrem Alltag für die Bilder aus. Freunde malen oft etwas Ähnliches. Und Mädchen achten mehr als Jungs darauf, dass ihr Ergebnis ordentlich und hübsch ist. Jungen ist das meistens nicht so wichtig, sie malen wilder und viel öfter gruselige Gestalten“, hat Frau Dobleday zum Beispiel beobachtet.

Obwohl die Bilder ganz verschieden sind, hat jeder es gut gemacht. Hässliche Bilder gibt es eigentlich gar nicht, denn jeder hat sein eigenes Verständnis von Schönheit. Auch das lernen die Kinder verstehen. Die Kunstlehrerin Frau Raufmann, die mit ihrer 5b aus der Hugo-Heimann-Schule in Neukölln gerade wieder mal zu Besuch ist, bemerkt, dass ihre Schüler mittlerweile ganz anders mit den Werken umgehen. „Sie wissen jetzt, dass hinter jedem Bild Handwerkskunst und Arbeit steckt und dass der Künstler sich viele Gedanken um die Umsetzung gemacht hat. Davor haben sie Respekt – egal, ob ein Bild ihnen persönlich gut gefällt“, sagt die Lehrerin.

Zu Beginn des Workshops dürfen sich alle trotzdem erst mal ihr Lieblingswerk aussuchen. Sedra hat sich für ein riesiges Gemälde namens „Chinesisches Portrait“ mit einem etwas verwischten Gesicht in schwarz, rot und gelb entschieden. „Ich mag, dass das Bild bunt und unordentlich ist“, erklärt sie. „Der Künstler hat einfach losgemalt, mit allen Gefühlen, die er gerade hatte. Es ist sehr lebendig.“

Wenn die Werke schlafen gehen

Auch lebendige Kunst muss allerdings mal schlafen gehen. In der Ausstellung steht immer nur ein Bruchteil der Sammlung der Berliner Volksbank. Was passiert eigentlich mit den vielen Bildern, die gerade nicht dem Publikum gezeigt werden, weil sie nicht zum Thema der aktuellen Ausstellung passen? „Die Werke, die gerade nicht ausgestellt werden, hängen teils in den Standorten der Berliner Volksbank, teils sind sie in speziellen Kunstlagern untergebracht“, erzählt Herr Pflum. Man muss nämlich wissen, dass Gemälde sehr empfindlich sind. In einem Kunstlager werden nur ganz bestimmte Materialien eingesetzt. Ölfarben zum Beispiel brauchen genau die richtige Menge Luft, damit sich keine Feuchtigkeit entwickeln kann und die Bilder nicht zu schimmeln beginnen. Direkte Sonne macht ihre Farben blass. Es gibt eine ganze Menge zu beachten.

Wie die Kinder ihre eigenen Ergebnisse aus der Werkstatt für Kreative schließlich aufheben oder-hängen werden, ist natürlich ihnen selbst überlassen. „Ihre Bilder bekommen alle Teilnehmer zugeschickt, wenn sie trocken sind“, verspricht Frau Bartels.

Alle Infos über die Werkstatt für Kreative stehen hier.

„Welches Bild gefällt dir am besten?“ Frau Doubleday bekommt darauf ganz verschiedene Antworten.
Frau Bartels erklärt genau, wie man die Farben auftragen muss, damit sie schön strahlen.
Autor:

Erik der Eisbär aus Mitte

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